Zum Abschluss einer zweiwöchigen Rundreise durch dieses wunderbare Land standen dann auch drei Läufer der SG Monheim morgens um 06:30 Uhr an der Startlinie. Katja Wedde, Andreas Jago und Wolfgang Vogt waren trotz des reichlichen Genusses der südafrikanischen Küche und den zahlreichen Weinproben in den Winelands, oder gerade deswegen, voller Euphorie und Begeisterung.

Aufgrund der Dunkelheit entstand eine besondere Stimmung an der Startlinie und als kurz vor dem Start von den einheimischen Teilnehmern die mehrsprachige Nationalhymne Südafrikas gesungen wurde und im Anschluss dann noch das bekannte südafrikanische Lied "Shosholoza" von fast allen Teilnehmern voller Inbrunst gesungen wurde, liefen den Monheimern einige Schauer den Rücken hinunter.

Dann der Start. Mit einem lauten Kanonenschuss wurden die Läufer auf die Strecke geschickt. Auf den ersten Kilometern verlief die Strecke noch flach und schlängelte sich durch verschiedene Vororte in Richtung der kleinen Küstenstadt Muizenberg. Kontrolliertes Tempo und sich nicht von der allgemeinen Euphorie zu einem schnelleren Tempo verleiten lassen, das war allerdings die Taktik der wenigsten Läufer, was sich später in den Bergen noch bitter rächen sollte! Insgesamt sind über 600 Höhenmeter bergauf und ca. 550 Höhenmeter bergab zu überwinden, die meisten davon auf der zweiten Streckenhälfte.

Entlang der Küstenstraße konnten alle auf den nächsten 5 Kilometer herrliche Ausblicke genießen. Hier wird den Läufern zum ersten Mal bewusst warum der Lauf vom Veranstalter als „The world’s most beautiful Marathon“ bezeichnet wird.

In Fish Hoek dreht die Strecke und nach einem kleinen Anstieg in Richtung Westküste erreicht man das wohl spektakulärsten Teilstück dieses Laufes. Zuerst der Blick auf den endlosen weißen Sandstrand von Noordhoek und Kommetjie, dann folgt der 8 Kilometer langen Chapman´s Peak Drive. Die schönste Küstenstraße der Welt wurde 1922, in sieben jähriger Bauzeit, durch italienische Gefangene in den Fels gesprengt. Allerdings hat die Schönheit ihren Preis. Nach Noordhoek ging es auf einer Strecke von 5 Kilometern über 180 Höhenmeter bergauf zum Chapman´s Peak. Dafür wird man bei Kilometer 33 am Chapmans-Peak mit den einmaligen Ausblicken auf das kristallklare Meer und die wunderschöne Haut Bay mit dem Hafen und dem Sandstrand mehr als belohnt. Danach ging es bei starkem Gegenwind bergab in den Ort Hout Bay wo sich auch die Marathonmarke befindet

Zwei Wochen vor dem Lauf waren Wolfgang und Andreas beim Königsforst Marathon an den Start gegangen um das spätere Renntempo zu testen Wolfgang durchlief die 42,2 Kilometer nach 3:42h und war damit nur 3 Minuten langsamer als in Königsforst, Andreas war sogar 3 Minuten schneller und hatte nach 3:25h die Marke erreicht. Wo jedoch ein normaler Marathon endet beginnt dieser Lauf erst richtig, denn der Two Ocean Marathon ist gar kein normaler Mararthon, sondern mit einer Gesamtlänge von 56 Kilometern eigentlich ein Ultramarathon, und der härteste Anstieg sollte erst noch kommen. Ab Kilometer 44 geht es vier Kilometer nur bergauf. Die über 200 Höhenmeter bis zum Constantia Nek erfordern die letzten Kraftreserven, zumal die zunehmende Hitze eine zusätzliche Belastung darstellte. Ist aber der Pass auf der Rückseite des Tafelberges erst geschafft läuft man durch den wunderschönen Botanischen Garten von Kirstenbosch. Berg ab und reichlich Schatten beflügeln die Läufer noch einmal bevor es über die Stadtautobahn in Richtung Ziel geht.

Der scheinbar unendliche lange Zieleinlauf auf dem Rugbyfield der Cape Town University am Fuße des Tafelberges ist gigantisch. Die vollbesetzte Tribünen und die frenetische Anfeuerung der zahlreichen Zuschauer lassen jeden ins Ziel schweben. Nach anstrengenden aber wunderschönen 56 Kilometern erreichte Katja Wedde als 7.059 Läufer bereits zum dritten mal das Ziel. Mit einer Zeit von 6:40h lag sie zwar fast einen Stunde über ihrer Bestzeit, aber beim Laufen ist die Jagd nach Bestzeiten nicht immer der entscheidende Antrieb, sondern der Spaß und die Freude sollten auch bei einem Ultramarathon nicht zu kurz kommen. Wolfgang Vogt der nach über 270 Marathons nach 42,2 Kilometern einfach stehen bleibt, konnte seinen Körper doch noch davon überzeugen auch die restlichen 14 Kilometer zu laufen. Nach 5:17h und als 1.782 im Gesamtfeld musste der Baumberger dann endlich nicht mehr laufen und bekam stolz und glücklich die Finisher Medaille umgehängt. Andreas Jago konnte das Durchschnittstempo von 4:56min/km bis zum Schluss halten und war nach 4:36h als 583. in der Gesamtwertung ins Ziel eingelaufen. Von den 11.680 gemeldeten Läufern erreichte nur 9.109 innerhalb des Zeitlimits von 7 Stunden das Ziel.

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